Karlsruhe, 02.11.2026 (lifePR) – Beim 17. Jahrestreffen der Selbsthilfegruppen und Fördervereine im Städtischen Klinikum Karlsruhe tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber aus, wie sich digitale Angebote auf die Gesundheitsversorgung, die Beschaffung von Informationen und auf die Rolle der Selbsthilfe auswirken.
Die intensive Zusammenarbeit mit Patientenverbänden hat im Städtischen Klinikum Karlsruhe eine lange Tradition. Bereits zum 17. Mal haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Selbsthilfegruppen und Fördervereine jetzt zu ihrem Jahrestreffen zusammengefunden. Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto „Einfluss, Auswirkungen und Veränderungen in der Selbsthilfe durch die Digitalisierung.“ Rund 40 Vertreterinnen und Vertreter der Gruppen und Fördervereine, aber auch Mitarbeitende des Klinikums nutzten die Gelegenheit, sich über diese Veränderungen auszutauschen und neue Perspektiven für die Selbsthilfearbeit kennenzulernen.
„Nie war es so einfach, im Internet oder über Social Media an Informationen zur eigenen Erkrankung zu kommen. Das ist einerseits ein Vorteil für Patientinnen und Patienten. Andererseits birgt es das Risiko, über diese Kanäle auch an falsche Information zu gelangen“, sagte Bettina Lisbach, Erste Bürgermeisterin der Stadt Karlsruhe und Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums Karlsruhe. „Selbsthilfe, die nur im Netz stattfindet, wird deshalb schnell zur Sackgasse. Es braucht auch menschliche Begegnungen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen. Das hilft, Informationen aus dem Internet zu bewerten und besser einzuordnen.“
Das Klinikum Karlsruhe selbst hat Strukturen geschaffen, die die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen und Fördervereinen systematisch fördern. Dazu gehören klare Ansprechpersonen, verbesserte Informationswege, geeignete Räumlichkeiten für Treffen und Beratungen, eine transparente, wertschätzende Kommunikation und vieles mehr. Kurz: Selbsthilfe ist ein essenzieller Teil moderner Patientenversorgung.
„Für uns im Gesundheitswesen – und ganz besonders in der Pflege – ist Selbsthilfe seit vielen Jahren ein unverzichtbarer Teil des Ganzen. Wir erleben tagtäglich, wie wertvoll die Zusammenarbeit mit unseren Selbsthilfegruppen und Fördervereinen ist“, betonte Pflegedirektorin und Selbsthilfebeauftragte Elvira Schneider. „Der persönliche Austausch spielt dabei auch in Zeiten der Digitalisierung eine bedeutende Rolle.“
Auch Sarah-Maria Fischer, die neue Koordinatorin der Selbsthilfegruppen und Fördervereine am Klinikum Karlsruhe, sieht in der Digitalisierung wertvolle Chancen für die Selbsthilfearbeit: „Digitale Angebote eröffnen neue Möglichkeiten, Informationen zugänglich zu machen, Menschen miteinander zu vernetzen und den Austausch zu erleichtern. Dabei steht für uns weiterhin der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Digitale Angebote sollen persönliche Begegnungen nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen und die Zusammenarbeit stärken.“
Das Selbsthilfebüro Karlsruhe ist die zentrale Informations-, Beratungs- und Unterstützungsstelle für Selbsthilfe im Stadt- und Landkreis Karlsruhe. „Wir haben derzeit über 170 Selbsthilfegruppen mit den unterschiedlichsten Themen zu verzeichnen, an die wir Betroffene und Angehörige von Betroffenen gerne weiterleiten“, erklärte Tanja Henkenhaf, Mitarbeiterin des Selbsthilfebüros. „Videokonferenzen und Online-Vorträge durch Fachleute gehören dabei in vielen Bereichen längst zum Angebot.“
Weil Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen zur Hochrisikogruppe für negative Einflüsse und dysfunktionaler Nutzung digitaler Medien zählen, hat die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Klinikum Karlsruhe ein innovatives medienpädagogisches Gesamtkonzept entwickelt: Dieses Angebot – Medienkompass(Plus) – stellten Vertreterinnen der Klinik dem Auditorium vor.
Das Klinikum Karlsruhe ist seit 2020 als selbsthilfefreundliches Krankenhaus zertifiziert. Aktuell arbeitet das Klinikum unter Federführung der Pflegedirektion mit über 50 Gruppen und Vereinen zusammen. Mehr Informationen gibt es im Internet.
