Berlin, 02.11.2026 (lifePR) – Katzen zeigen Schmerzen oft nur subtil. Wenn sie nicht mehr auf ihre gewohnten Plätze springen, sich häufiger zurückziehen oder Berührungen meiden, kann das ein wichtiges Signal sein. Chronische Erkrankungen wie die Arthrose können dahinterstecken und bleiben so mitunter lange unentdeckt. Wer Veränderungen gegenüber dem gewohnten Verhalten ernst nimmt, kann dazu beitragen, Schmerzen frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen.

Katzen mit Schmerzen miauen nicht zwangsläufig oder hinken deutlich. Häufig verändern sich Körperhaltung, Aktivität und Verhalten. Die Katze zieht sich vielleicht häufiger zurück, schläft mehr, spielt weniger oder reagiert ungewohnt auf Berührungen.

Auch das Gesicht kann Hinweise auf akute Schmerzen geben. Mit der wissenschaftlich entwickelten Feline Grimace Scale (FGS) lassen sich Veränderungen des Gesichtsausdrucks systematisch beurteilen. Betrachtet werden die Stellung der Ohren, die Augen, die Spannung der Schnauze, die Position der Schnurrhaare und die Haltung des Kopfes. Diese Ausdrucksskala wurde speziell zur Beurteilung akuter Schmerzen entwickelt und kann sowohl von tiermedizinischem Fachpersonal als auch von Katzenhaltern genutzt werden.

Chronische Schmerzen zeigen sich anders

Bei chronischen Erkrankungen wie der Arthrose ist die Feline Grimace Scale zur Schmerzbeurteilung dagegen nicht geeignet. Hier sind Veränderungen des alltäglichen Verhaltens besonders wichtig.

Typische Hinweise können sein, dass die Katze nicht mehr auf ihre gewohnten erhöhten Plätze springt, vor einem Sprung länger zögert oder Zwischenstationen nutzt. Auch Schwierigkeiten beim Treppensteigen, eine geringere Aktivität, weniger Spielen oder Veränderungen bei der Fellpflege können auffallen. Manche Katzen verändern zudem ihr Verhalten gegenüber Menschen oder anderen Tieren: sie ziehen sich zurück oder reagieren gereizt bis hin zu aggressiv, insbesondere bei Berührungen. Auch Verstopfung oder Unsauberkeit können Hinweise auf Schmerzen sein- etwa, wenn der Einstieg in die Katzentoilette oder die Haltung beim Kotabsatz schwerfallen. Solche Veränderungen werden leicht als normale Alterserscheinungen interpretiert. Dahinter können jedoch Schmerzen stecken.

Arthrose ist eine chronisch fortschreitende Gelenkerkrankung und tritt vor allem bei älteren Katzen häufig auf. Untersuchungen zeigen, dass Gelenkveränderungen bei Katzen weit verbreitet sein können. Dennoch werden sie nicht immer erkannt. Ein Grund dafür ist, dass Katzen ihre eingeschränkte Beweglichkeit im Alltag ausgleichen. Statt offensichtlich zu lahmen, vermeiden sie beispielsweise bestimmte Bewegungen.

Veränderungen ernst nehmen

Für Katzenhalter ist deshalb vor allem eines wichtig: Veränderungen gegenüber dem gewohnten Verhalten ihrer Katze wahrzunehmen. Hilfreich ist die Frage: Was macht meine Katze heute anders als früher? Videos aus dem häuslichen Umfeld, beispielsweise vom Laufen, Springen oder Treppensteigen, können bei der tierärztlichen Beurteilung hilfreich sein. Auch bei Veränderungen, die nicht den Bewegungsapparat betreffen, sollte an Arthrose als Ursache gedacht werden.

Besteht der Verdacht auf Schmerzen, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden. Schmerzen sind keine unvermeidbare Begleiterscheinung des Alters. Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung und wird individuell auf die Katze abgestimmt. Gerade bei chronischen Gelenkschmerzen können neben einer geeigneten Schmerztherapie auch Gewichtsmanagement, angepasste Bewegung und Veränderungen der häuslichen Umgebung dazu beitragen, Beweglichkeit und Lebensqualität zu erhalten.

Werden Sprünge seltener, Wege kürzer oder Berührungen unangenehm, sollte das nicht vorschnell dem Alter zugeschrieben werden. Eine tierärztliche Untersuchung kann klären, ob Schmerzen dahinterstecken und welche Behandlung sinnvoll ist.

Weitere Informationen: Wie erkenne ich Schmerzen bei der Katze? sowie Arthrose bei der Katze – eine häufige Ursache chronischer Schmerzen