Berlin, 02.10.2026 (lifePR) – Chronische Nierenerkrankungen gehören zu den häufigen Erkrankungen der Katze und treten insbesondere bei älteren Tieren auf. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und bleibt lange unbemerkt. Regelmäßige Gesundheitschecks sind deshalb gerade bei älteren Katzen wichtig, um Veränderungen der Nierenfunktion möglichst früh zu erkennen und zu behandeln.
Vor allem ältere Katzen sind betroffen
Das Risiko einer chronischen Nierenerkrankung steigt mit zunehmendem Alter. Gerade bei älteren Katzen treten häufig mehrere Krankheitsbilder gleichzeitig auf. Von besonderer Bedeutung sind Bluthochdruck oder eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Eine Hyperthyreose kann eine bereits bestehende Einschränkung der Nierenfunktion zunächst verdecken. Deshalb sollte bei älteren Katzen die Funktion der Nieren und der Schilddrüse sowie der Blutdruck gemeinsam im Blick behalten werden.
Erste Veränderungen sind leicht zu übersehen
Eine chronische Nierenerkrankung entwickelt sich meist langsam. Zu Beginn können die Veränderungen so unspezifisch sein, dass sie leicht als normale Alterserscheinungen wahrgenommen werden. Die Katze wirkt beispielsweise ruhiger, schläft mehr oder ist weniger aktiv als gewohnt.
Im weiteren Verlauf können vermehrter Urinabsatz und vermehrtes Trinken auffallen. Bei Katzen sind diese Veränderungen nicht immer leicht zu erkennen, etwa wenn mehrere Tiere im Haushalt leben oder die Katze auch draußen trinkt und Urin absetzt. Gewichts- und Muskelverlust, verminderter Appetit und Schwäche sind weitere mögliche Warnzeichen. Für ältere Tiere wird daher ein regelmäßiges Wiegen empfohlen. Bei fortgeschrittener Erkrankung können Übelkeit und Erbrechen hinzukommen.
Auch eine Blutarmut (Anämie) kann sich im Verlauf entwickeln, weil die geschädigten Nieren weniger Erythropoetin bilden – ein Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen anregt. Müdigkeit, Schwäche und verminderter Appetit können dadurch verstärkt werden.
Fallen solche Veränderungen auf, sollte die Katze tierärztlich untersucht werden.
Mehrere Untersuchungen führen zur Diagnose
Eine chronische Nierenerkrankung lässt sich nicht anhand eines einzelnen Symptoms oder Laborwertes feststellen. Neben der Krankengeschichte und der klinischen Untersuchung liefern vor allem Blut- und Urinuntersuchungen wichtige Hinweise. Auch der Blutdruck sollte gemessen werden.
Je nach Befund können weitere Untersuchungen wie ein Ultraschall der Nieren und Harnwege notwendig sein. Gleichzeitig müssen andere Ursachen für die Symptome ausgeschlossen und Begleiterkrankungen berücksichtigt werden.
Behandlung richtet sich nach Stadium und Befund
Eine chronische Nierenerkrankung ist nicht heilbar. Ist sie nachgewiesen und die Nierenfunktion stabil, wird sie nach den Kriterien der International Renal Interest Society (IRIS) in vier Stadien eingeteilt. Die Einteilung hilft, die Behandlung an Krankheitsstadium und individuelle Befunde anzupassen.
Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten möglichst zu verlangsamen, Folgeerscheinungen zu begrenzen und Beschwerden zu lindern. Welche Maßnahmen notwendig sind, richtet sich nach dem Krankheitsstadium und den individuellen Befunden.
Besteht gleichzeitig Bluthochdruck, sollte dieser gezielt behandelt werden. Weitere Maßnahmen richten sich nach den individuellen Beschwerden, etwa bei Übelkeit oder Appetitverlust.
Auch eine durch die Nierenerkrankung bedingte Anämie kann gezielt behandelt werden.
Nierendiät als wichtiger Therapiebaustein
Eine zentrale Rolle spielt die Kontrolle des Phosphathaushalts. Zunächst wird die Phosphoraufnahme über die Nahrung reduziert. Reicht dies nicht aus, können zusätzlich Phosphatbinder eingesetzt werden. Auch die Eiweißversorgung wird angepasst. Dabei kommt es nicht auf einen möglichst weitgehenden Eiweißverzicht an, sondern auf eine bedarfsgerechte Versorgung mit hochwertigem, gut verwertbarem Protein. Wichtig ist zudem, dass die Katze die angebotene Nahrung akzeptiert und ausreichend frisst. Frisst eine Katze nur wenig oder verliert sie das Interesse am Futter, können appetitanregende Medikamente dabei helfen, sie wieder zum Fressen zu motivieren und die Futteraufnahme zu unterstützen. Die behandelnde Tierärztin oder der Tierarzt kann zu der passenden Fütterung beraten und stimmt die erforderlichen Medikamente individuell auf das Tier ab.
Regelmäßige Kontrollen begleiten die Therapie
Eine chronische Nierenerkrankung kann sich im Laufe der Zeit verändern. Regelmäßige Blut- und Urinuntersuchungen zeigen, wie sich die Nierenfunktion entwickelt und ob die Behandlung angepasst werden muss. Auch Blutdruck, Körpergewicht und Ernährungszustand sollten im Verlauf kontrolliert werden.
Der Verlauf ist von Katze zu Katze unterschiedlich. Eine frühzeitige Diagnose, eine an das Krankheitsstadium angepasste Behandlung und regelmäßige Verlaufskontrollen können dazu beitragen, die Erkrankung möglichst lange zu stabilisieren und die Lebensqualität der Katze zu erhalten.
Weitere Informationen: Chronische Nierenerkrankung bei Katzen: Symptome, Diagnose und Behandlung
