Hannover, 10.07.2026 (lifePR) – Erneut fördert die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V. (DMSG), innovative Forschungsprojekte zur Multiplen Sklerose. Seit mehr als zehn Jahren unterstützt die DMSG mit ihrer Forschungsförderung sowohl Grundlagenforschung als auch patientenorientierte und klinische Forschungsansätze. Seit 2016 wurden dafür bereits mehr als drei Millionen Euro an Fördermitteln bereitgestellt. Ziel ist es, neue Erkenntnisse über die Erkrankung zu gewinnen und die Versorgung sowie Lebensqualität von Menschen mit MS nachhaltig zu verbessern.

Das Forschungsthema 2026 steht fest

Für die Forschungsförderung 2026 hat die DMSG das Ausschreibungsthema „Darmflora und MS (Darmmikrobiom)“ gewählt. Damit rückt ein Forschungsfeld in den Fokus, das in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. 

Das Darmmikrobiom beschreibt die Gesamtheit der im Darm lebenden Mikroorganismen und spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sowohl die Entstehung als auch der Verlauf der Multiplen Sklerose über die sogenannte „Darm-Immunsystem-Gehirn-Achse“ beeinflusst werden könnten. So unterscheidet sich die Zusammensetzung der Darmflora von Menschen mit MS von der gesunder Personen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Veränderungen der Darmbakterien Auswirkungen auf Entzündungsprozesse und damit auf die Krankheitsaktivität haben können. 

Stabilisierung des Krankheitsverlaufs durch Mikrobiomforschung

Trotz vielversprechender Erkenntnisse bestehen weiterhin zahlreiche offene Forschungsfragen. Um besser zu verstehen, wie Darmmikrobiom, Immunsystem und zentrales Nervensystem bei Multipler Sklerose zusammenwirken, sind weitere strukturierte Forschungsarbeiten erforderlich. 

Mit der Ausschreibung 2026 möchte die DMSG neue Erkenntnisse über krankheitsrelevante Mechanismen fördern, die vom Darmmikrobiom abhängig sind. Langfristig sollen daraus Ansatzpunkte für alltagsnahe Strategien zur Stabilisierung des Krankheitsverlaufs sowie zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit MS und ihren Angehörigen entstehen. 

Bis Ende November mit Projekt bewerben

Im Rahmen des jährlichen Ausschreibungsverfahrens können exzellente Projekte aus der angewandten oder klinischen Forschung eingereicht werden. Gefördert werden Projekte mit einer Laufzeit von bis zu 24 Monaten. Das projektindividuelle Fördervolumen kann bis zu 110.000 Euro pro Projekt und Jahr betragen. Die Anzahl der geförderten Projekte sowie die endgültige Bewilligung hängen von den zur Verfügung stehenden zweckgebundenen Fördermitteln und der Beschlussfassung durch den Geschäftsführenden Vorstand der DMSG ab. Der Förderbeginn ist frühestens ab Mai 2027 möglich. 

Vollständige Antragsunterlagen können bis zum 30. November 2026 (Eingangsfrist) mit dem Betreff „Einzelprojekt Forschungsförderung“ an referat-gs(at)dmsg.de eingereicht werden. 

Ausführliche Informationen zum Antragsverfahren sowie zum unabhängigen Begutachtungsprozess finden Interessierte in den Richtlinien zur Forschungsförderung der DMSG, Bundesverband e. V., sowie auf der Website der DMSG. 

Die DMSG freut sich auf zahlreiche innovative Projektanträge, die dazu beitragen, das Verständnis der Multiplen Sklerose weiter zu verbessern und neue Perspektiven für Betroffene zu schaffen. 

Die DMSG-Forschungsförderung für Einzelprojekte wurde 2025 unter anderem unterstützt von Bristol Myers Squibb GmbH & Co. KGaA, Neuraxpharm Arzneimittel GmbH, Novartis Pharma GmbH, Roche Pharma AG, Sandoz Pharmaceutical AG, HEXAL AG und Viatris Healthcare GmbH.