Hannover, 24.07.2026 (lifePR) – Der Vorstand des Ärztlichen Beirates der DMSG, Bundesverband e.V. weist darauf hin, dass es im Zusammenhang mit der Erstgabe (Infusion) von Ocrelizumab (Ocrevus©) zu Leberfunktionsstörungen gekommen ist. Bei Oberbauchschmerzen, Gelbsucht, Übelkeit, Erbrechen oder anderen Magen-Darm-Symptomen im Zusammenhang mit der Erstinfusion sollte immer an eine Leberfunktionsstörung gedacht und diese baldmöglichst internistisch-gastroenterologisch weiter abgeklärt werden.
Seit Mitte letzten Jahres wurde nach Erstinfusion moderner, hochwirksamer B-Zell-gerichteter Medikation über Störungen der Leberfunktion (‚,Hepatopathien‘‘) bei MS-Erkrankten berichtet. Die Häufigkeit hierfür liegt nach den bisherigen Informationen derzeit bei unter 1:10 000. Da es sich um keine Nebenwirkungen in Zusammenhang mit Therapiestudien handelt, sind die Arzneimittelkontrollbehörden in Europa und Nordamerika auf individuelle Meldungen der behandelnden Ärztinnen und Ärzte angewiesen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA ist zu einem raschen Urteil gekommen, indem sie von einem sogenannten Gruppeneffekt der B-Zell-gerichteten Antikörpermedikation ausging und alle entsprechenden Hersteller in Nordamerika zur Änderung des Medikamenten-Beipackzettels (1, 2 und 3) aufforderte. In den bislang bekannten Fällen betreffen die sogenannten Hepatopathien zunächst einmal das Präparat Ocrelizumab (Ocrevus©).
Leider erfordert die Veröffentlichung eines Rote-Hand-Briefes in Abstimmung der zuständigen Zulassungsbehörde und des Herstellers Roche deutlich mehr Zeit als erwartet. Deshalb hat sich der Vorstand des Ärztlichen Beirates der DMSG entschlossen, auf diese mögliche Komplikation bei Erstgabe einer anti-CD20-Medikation hinzuweisen.
Bei Beschwerden nach der ersten Infusion wie Oberbauchschmerzen, Gelbsucht, Übelkeit, Erbrechen oder anderen Magen-Darm-Symptomen sollte immer an eine Leberfunktionsstörung gedacht und diese baldmöglichst internistisch-gastroenterologisch weiter abgeklärt werden. In Abstimmung mit dem behandelnden Neurologen müssen dann Therapiealternativen gefunden werden.
Quellen:
1. FDA, Produktinformation Ocrelizumab
2. FDA, Produktinformation Ofatumumab
3. FDA, Produktinformation Ublituximab
4. Roche (Schweiz): Wichtige Mitteilung zur Arzneimittelsicherheit, Ocrevus® (Ocrelizumab): Leberschädigung mit Ocrelizumab, Januar 2026,
