Gailingen, 24.03.2026 (lifePR) – Das Hegau-Jugendwerk (HJW) geht immer wieder neue Wege, um die therapeutischen Möglichkeiten zum Wohle seiner Patienten zu verbessern – und integriert deshalb zunehmend innovative digitale Technologien in den Klinikalltag. Erstmals ging das HJW eine internationale Innovationspartnerschaft ein und kooperiert mit dem israelischen Digital-Health-Unternehmen Cognishine. Dieses bietet mittels einer vielseitigen Interventionsplattform für Logopäden, Ergotherapeuten und anderen Fachkräften im Gesundheitswesen eine digitale Trainingsmethode an, welche die therapeutische Versorgung nachhaltig verbessern kann.

Im gemeinsamen Pilotprojekt geht es nicht nur darum, diese neue digitale Plattform in den logopädischen Therapiealltag zu integrieren, sondern auch, sie gemeinsam mit den Fachkräften des HJW nach den speziellen Anforderungen der jungen neurologischen Patienten weiter zu entwickeln. Der therapeutische Nutzen soll durch eine begleitende Studie belegt werden. Ziel ist, Cognishine als festen digitalen Baustein zugeschnitten auf die Bedürfnisse des HJW in der Therapie zu etablieren, der sowohl in Einzel- als auch Gruppentherapie sowie zum Eigentraining genutzt werden kann.

„Wir sind über eine Fachmesse, wo unsere Therapeuten vor Ort waren, auf Cognishine und sein deutsches Team aufmerksam geworden. Nach ersten Kontakten und Ausprobieren der Plattform haben wir uns dafür entschieden, Cognishine in den Therapiealltag der Logopädie zu integrieren, weil digital visuell interessantes Therapiematerial clever in die therapeutische Handlungslogik übersetzt wurde und wir als führende Klinik in der Behandlung von neurologisch erkrankten Kindern und Jugendlichen unsere Expertise in die Weiterentwicklung der Software zum Wohle der Patienten einbringen können“, so Marcus Kaiser, Leiter des Bereichs Interdisziplinäre Therapien. Mit Cognishine eröffne sich auch eine Möglichkeit zur nachklinischen Versorgung über einen gewissen Zeitraum. Zudem bietet die Plattform perspektivisch noch weitere Einsatzmöglichkeiten in anderen Therapiebereichen, blickt Kaiser in die Zukunft.

Vorteile für die Patienten

Laut Nicole Franken, Leiterin der Abteilung der Logopädie im HJW, schafft Cognishine neue Möglichkeiten für ein größeres Patientenklientel. Das bisher verwendete Tool sei vor allem für Patienten mit Aphasie geeignet, einer erworbenen Sprachstörung infolge von Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Mit der neuen Plattform könnten nun auch Patienten mit anderen Störungsbildern behandelt werden wie zum Beispiel Dysarthrie (neurologisch bedingte Sprechstörungen) oder Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen. Das digitale Üben sei gerade für junge Patienten attraktiv, das bedeute Kompetenzerwerb mit großem Spaßfaktor. Der Übungsanreiz mit mobilen Endgeräten sei deutlich größer als bei Arbeitsblättern aus Papier, die Motivation zum Selbsttraining sei viel höher. Außerdem biete die Plattform den Vorteil, dass die Therapeuten passgenau für einzelne Patienten individuelle Übungen zusammenstellen könnten.

Internationale Förderung

Cognishine ist ein israelisches Start-up, das seit 2025 mit einem Tochterunternehmen in Köln auch in Deutschland aktiv ist. In Israel besteht unter anderem eine strategische Kooperation mit dem ALYN-Krankenhaus in Jerusalem, einem führenden Krankenhaus für pädiatrische Rehabilitation.

Um hierzulande ähnliche Strukturen aufzubauen, wurde nun gemeinsam mit dem Hegau-Jugendwerk in Gailingen als führender Einrichtung für die neurologische Rehabilitation von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen das erste gemeinsame Pilotprojekt in Deutschland gestartet.

„Deutschland ist für israelische HealthTech-Unternehmen ein zentraler Markt in Europa. Wir haben bewusst die Zusammenarbeit mit dem Hegau-Jugendwerk gesucht, weil hier unser Ansatz, Innovation und klinische Exzellenz in der Rehabilitation zu verbinden, hervorragend umgesetzt wird“, sagt George Frey, Geschäftsführer von Cognishine Deutschland.

Das Pilotprojekt wird großzügig von der Außenhandelsabteilung im israelischen Ministerium für Wirtschaft und Industrie gefördert. Der gemeinsame Förderantrag von HJW und Cognishine wurde zu Beginn dieses Jahres genehmigt. Die Förderung wird für die Anschaffung von Hard- und Software verwendet. Die Logopädinnen und Logopäden werden mit zusätzlichen Endgeräten ausgestattet, um Cognishine flexibel im Therapiealltag einsetzen zu können. Zudem erhält das HJW Unterstützung bei der personellen Ausstattung. „Wir freuen uns sehr über die Förderung, weil sie es uns ermöglicht, über Drittmittel zusätzliche therapeutische Kapazitäten sowie die notwendige technische Ausstattung für das Projekt bereitzustellen und innovative Ansätze gemeinsam mit Cognishine im klinischen Alltag zu erproben“, erklärt Barbara Martetschläger, Kaufmännische Direktorin des HJW. Das Projekt endet im ersten Quartal 2027.