Bad Griesbach, 28.07.2026 (lifePR) – Gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) hat der Passauer Wolf Bad Gögging die Entwicklung eines innovativen Soft-Hand-Exoskeletts begleitet. Der Spezialhandschuh unterstützt Menschen mit Lähmungen dabei, wieder gezielt greifen zu können. Im Rahmen eines mehrjährigen Kooperationsprojekts brachte das Team um Prof. Tobias Wächter, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Neurologie im Passauer Wolf Bad Gögging, seine langjährige Erfahrung in der neurologischen Rehabilitation in die Entwicklung ein und begleitete die praktische Erprobung des innovativen Spezialhandschuhs eng. Das Projekt zeigt, welchen Beitrag die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und klinischer Praxis zur Weiterentwicklung moderner Therapien leisten kann.
Intelligente Unterstützung für gelähmte Hände
Das Soft-Hand-Exoskelett besteht aus einem flexiblen Stoffhandschuh mit integrierten Luftkammern, die über ein Druckluftsystem gezielt angesteuert werden. Gleichzeitig erfassen Sensoren Muskelimpulse und erkennen mithilfe intelligenter Technik, wann eine Greifbewegung beabsichtigt ist. »Viele neurologische Erkrankungen oder Verletzungen führen dazu, dass Betroffene ihre Hand nicht mehr gezielt öffnen oder schließen können. Das Soft-Hand-Exoskelett überstützt genau diese Greifbewegung und kann Menschen dabei helfen, alltägliche Dinge wie ein Glas, Besteck oder andere Gegenstände wieder eigeneständig zu greifen. Das bedeutet ein großes Stück Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alltag«, erklärt Prof. Tobias Wächter, der im Rahmen des Projektes eng mit dem Forschungsteam der TUM zusammenarbeitete. Prof. Gordon Cheng, Leiter des Instituts für kognitive Systeme an der TUM, ergänzt: »Wir haben eine Lösung gefunden, die sich jeder leisten kann und die trotzdem sehr gut funktioniert. Dank der Kooperation mit dem Passauer Wolf Bad Gögging konnten wir unsere Forschung mit wertvollen Erkenntnissen aus der klinischen Praxis verbinden und das Exoskelett gezielt weiterentwickeln.«
Klinische Erfahrung als wichtiger Baustein der Entwicklung
Die Zusammenarbeit zwischen der TUM und dem Passauer Wolf Bad Gögging begann bereits im Jahr 2020, als Prof. Gordon Cheng Prof. Tobias Wächter bei einem Besuch erste Ideen und Prototypen des Handschuhs vorstellte. »Er fragte mich, ob wir einen Einsatz für neurologische Patienten in der Rehabilitation sehen«, erinnert sich Prof. Tobias Wächter. »Ein ALS-Patient, den ich ambulant behandelte, schien aufgrund seiner ausgeprägten Lähmung der rechten Hand bei ansonsten relativ geringer Beeinträchtigung ideal für das Projekt.« Anfang 2021 war es dann soweit: Über mehrere Monate hinweg besuchte das Forschungsteam der TUM den Passauer Wolf Bad Gögging regelmäßig. Gemeinsam mit dem Patienten wurde der Handschuh dabei getestet, trainiert und kontinuierlich weiterentwickelt. Die Rückmeldungen aus der klinischen Praxis flossen direkt in die Optimierung der Technologie ein. Das Resultat: Trotz seiner nahezu vollständigen Lähmung der Hand konnte der ALS-Patient mithilfe des Handschuhs erstmals seit vier Jahren wieder eigenständig eine Gabel greifen.
Ein wichtiger Schritt für die Forschung
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass selbst Menschen mit einer nahezu vollständig gelähmten Hand mithilfe des Soft-Hand-Exoskeletts wieder gezielt greifen können. Bis die Technologie künftig in der neurologischen Rehabilitation eingesetzt werden kann, sind allerdings noch weitere Studien erforderlich. Das Projekt zeigt jedoch, welches Potenzial in der Verbindung von Forschung und Praxis steckt. »Die Bedeutung solcher Kooperationen kann kaum hoch genug eingeschätzt werden. Nur durch den direkten Austausch zwischen klinischer Anwendung und Grundlagenforschung lassen sich Innovationen entwickeln, die einen echten Mehrwert für Patienten schaffen«, betont Prof. Tobias Wächter. Für den Passauer Wolf sind Forschungskooperationen wie diese ein wichtiger Baustein, um neue Entwicklungen frühzeitig zu begleiten und ihre Einsatzmöglichkeiten in der neurologischen Rehabilitation zu bewerten. Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag dazu, moderne Therapien kontinuierlich weiterzuentwickeln und Menschen nach neurologischen Erkrankungen oder Verletzungen auf dem Weg zu mehr Lebensqualität zu begleiten.
