Frankfurt am Main, 05.02.2026 (lifePR) – Für Frauen – wie für Männer – sind Herzerkrankungen wie Koronare Herzkrankheit (KHK), Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen der häufigste Grund für Krankenhauseinweisungen und vorzeitigen Tod. Nur dass diese Erkrankungen bei Frauen aufgrund des hormonellen Schutzes meist etwa zehn Jahre später als bei Männern auftreten. Am häufigsten sterben Frauen an der KHK mit über 51.000 Sterbefällen (2023), darunter rund 17.500 am Herzinfarkt, der längst keine „Männerkrankheit“ darstellt (Deutscher Herzbericht – Update 2025). „Frauen in den Wechseljahren sollten ihrem Herzschutz besondere Aufmerksamkeit schenken, weil die hormonellen Veränderungen während der Menopause die Risikokonstellation für Herz und Gefäße zusätzlich verschärfen können“, betont Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. „Aber auch jüngere Frauen können weit vor der Menopause an Herz und Gefäßen erkranken und, wenn auch seltener als im hohen Alter, einen Herzinfarkt erleiden oder an einer Herzschwäche erkranken. Auf diese Besonderheiten müssen wir Frauen mehr aufmerksam machen und für gezielte Vorsorgemaßnahmen sensibilisieren“, so die Chefärztin der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie am Marien-Hospital Wesel. Infos speziell für Frauen rund um die Herzgesundheit bietet die Herzstiftung unter https://herzstiftung.de/frauenherzen
Risiko durch Bluthochdruck besonders nach der Menopause
Die Wechseljahre (Menopause) wirken sich unterschiedlich auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit bei Frauen aus. Das zeigt sich beispielsweise beim Bluthochdruck: Kommen Frauen in die Wechseljahre, verdoppelt sich ihr Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln, weil der Östrogenspiegel im Blut in der Menopause sinkt. Das weibliche Geschlechtshormon sorgt dafür, dass die Gefäße elastisch bleiben, wirkt blutdrucksenkend und schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gleichzeitig steigt der Spiegel des Hormons Testosteron. Das führt unter anderem dazu, dass Frauen verstärkt in der Bauchregion Fett einlagern. Die Gefahr dabei: Bauchfett produziert selbst Hormone, die den Appetit anregen und damit dafür sorgen, dass Frauen zunehmen. Auch lassen diese Hormone den Blutdruck steigen. Bei vielen Frauen in und nach den Wechseljahren kommen neben dem Übergewicht Ängste und Schlafstörungen als weitere Risiken dafür hinzu, Bluthochdruck zu entwickeln. „Frauen sollten deshalb wachsam für ihren Blutdruck sein und ihn regelmäßig beim Arzt messen lassen oder ihn selbst messen“, rät die Kardiologin Prof. Tiefenbacher. Denn ein nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck ist einer der häufigsten und gefährlichsten Risikofaktoren für Schlaganfall, Herzinfarkt und andere schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz (Herzschwäche). In Deutschland haben über 10,5 Millionen Frauen Bluthochdruck (AOK WIdo-Gesundheitsatlas 2023). Über die Hormonersatztherapie und Bluthochdruck bei Frauen informiert die Herzstiftung unter https://herzstiftung.de/frauen-bluthochdruck
Bluthochdruck bei jungen Frauen wegen „Pille“ oder in der Schwangerschaft
Auch junge Frauen sind nicht vor einem Bluthochdruck gefeit. Fünf bis zehn Prozent der Schwangeren entwickeln im Laufe der Schwangerschaft einen Bluthochdruck. Auch Frauen, die zur Verhütung „die Pille“ einnehmen, die eine Kombination von Östrogen und Progesteron, enthält, können einen Bluthochdruck entwickeln. Expertenangaben zufolge reagieren ungefähr fünf Prozent der Frauen, die solche Kombinationspräparate einnehmen, mit einem Blutdruckanstieg. Setzen Frauen das Präparat wieder ab, sinkt der Blutdruck wieder. Den Blutdruck lässt wahrscheinlich der Östrogenanteil in der Pille, vor allem bei hoher Dosierung, ansteigen. Frauen, die die Pille einnehmen und außerdem übergewichtig sind, tragen ein zwei- bis dreifach hohes Risiko für Bluthochdruck. „Liegen gleichzeitig mehrere Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Rauchen oder Übergewicht vor, sollten Frauen mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über andere Verhütungsmethoden sprechen und keine oralen östrogenhaltigen Kontrazeptiva einnehmen“, rät Prof. Tiefenbacher.
Wichtig: Frauen, die in der Schwangerschaft Bluthochdruck entwickelt hatten oder gar eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung), haben ein höheres Risiko für Bluthochdruck und Herzkrankheiten in ihrem späteren Leben oder für einen Schlaganfall. Diese Frauen sollten ganz besonders auf einen gesunden Lebensstil achten und sich regelmäßig (mindestens jährlich) vom Hausarzt untersuchen lassen.
Vorsicht bei Schlafstörungen während und nach der Menopause
Ein gesunder Schlaf wirkt wie ein Medikament: Während der Nachtruhe erholt sich der Körper, Stoffwechselprozesse wie der Fett- und Zuckerstoffwechsel werden reguliert, das Immunsystem gestärkt und auch der Blutdruck wird in dieser Ruhephase langfristig konstant gehalten. „In den Wechseljahren können typischerweise auch Ängste und Schlafstörungen auftreten, was die Blutdruckwerte ebenfalls ungünstig beeinflusst. Deshalb sollten Frauen in den Wechseljahren besonders wachsam sein und den Blutdruck regelmäßig beim Arzt messen lassen oder selbst messen“, rät Prof. Tiefenbacher.
Schlafstörungen über einen längeren Zeitraum verursachen Stress, der wiederum wichtige Stoffwechselprozesse stört. „Frauen mit Schlafproblemen sollten diese nicht nur auf ihren dicht gedrängten Alltag mit Beruf und Familie schieben, sondern bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt direkt ansprechen“, rät die Kardiologin aus dem Vorstand der Herzstiftung. Umgekehrt lassen sich mit Hilfe von Lebensstilmaßnahmen wie regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung sowie gezielte Entspannungstechniken Risikofaktoren wie Stress, Übergewicht und Bluthochdruck günstig beeinflussen. Die Herzstiftung empfiehlt Frauen daher generell und besonders noch bevor es mit den Wechseljahren losgeht, die acht Schritte für ein gesundes Herz in Angriff zu nehmen: https://herzstiftung.de/acht-tipps
Regelmäßig zum Vorsorge-Check-up
Die Deutsche Herzstiftung rät Frauen (wie Männern) vor diesem Hintergrund zur Vorsorgeuntersuchung ab 35 Jahren – bei familiärer Vorbelastung früher – um regelmäßig Blutdruck, Blutzucker, Blutfette (Cholesterin) und Körpergewicht zu kontrollieren. Das kann der regelmäßige Gesundheits-Check-up bei Hausärztin oder Hausarzt sein, der ab 18 Jahren einmalig und ab 35 Jahren alle drei Jahre erfolgt (zahlt die Krankenkasse). „Dadurch lassen sich unerkannte Risikokrankheiten für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche aufdecken“, erklärt Tiefenbacher. „Diese Vorsorge ist wichtig. Denn einen hohen Blutdruck oder zu hohes LDL-Cholesterin spürt man nicht“, warnt Tiefenbacher. Außerdem sollten Frauen (wie Männer) auf regelmäßige Bewegung (am besten an frischer Luft), gesunde Ernährung und ein normales Körpergewicht achten sowie nicht rauchen und auf Alkohol möglichst verzichten. Weitere Infos: https://herzstiftung.de/acht-tipps
Zusatz-Information
Besonderheiten beim weiblichen Herzinfarkt
Was Frauenherzen so besonders macht, zeigt sich am Beispiel Herzinfarkt. Frauen sind bis zu den Wechseljahren weniger durch den Herzinfarkt gefährdet, der bei ihnen fünf bis zehn Jahre später auftritt als bei Männern. „Bei Frauen über 65 Jahren steigt das Herzinfarktrisiko. Doch auch jüngere Frauen zwischen 40 und 50 sind der Gefahr ausgesetzt – vor allem dann, wenn in der Familie häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgetreten sind oder wenn ein ungesunder Lebensstil durch Bewegungsmangel, Rauchen, Übergewicht, Dauerstress oder von außen zugeführte Hormone wie die ,Pille‘ das Infarktrisiko erhöhen“, betont Prof. Tiefenbacher. Der Herzinfarkt bei Frauen ist außerdem anhand der Symptome oftmals nicht so klar zu erkennen wie bei Männern. Häufiger als bei Männern können bei Frauen weniger eindeutige Symptome auftreten. Infos zum weiblichen Herzinfarkt: https://herzstiftung.de/herzinfarkt-frauen-symptome
Service rund ums Thema Frauenherzen
https://herzstiftung.de/frauenherzen
https://herzstiftung.de/frauenherzen-takotsubo
Podcast: https://herzstiftung.de/podcast-frauen-herzerkrankungen
Comic „Frauenherzen im Fokus”
Der Comic „Frauenherzen im Fokus“ (32 Seiten) kann kostenfrei bei der Herzstiftung unter Tel. 069 955128-400 oder unter https://herzstiftung.de/… angefordert werden.
Kontakt:
Pressestelle der Deutschen Herzstiftung, Michael Wichert (Ltg.), Tel. 069 955128114, Pierre König, Tel. 069 955128140 E-Mail: presse@herzstiftung.de, www.herzstiftung.de
