Stuttgart, 27.05.2024 (lifePR) – Der Begriff Vielfalt ist häufig positiv besetzt. Für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) bedeutet die Vielfalt ihrer Erkrankung aber vor allem Unwägbarkeit, da es die „eine“ MS nicht gibt und kein Betroffener weiß, wie „seine“ MS verlaufen wird. Zum Tag der Vielfalt am 28. Mai 2024 rückt AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V., die Vielfalt der Multiplen Sklerose in den Fokus.

Die chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose wird auch die „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ genannt. Je nachdem, welche Gebiete des zentralen Nervensystems betroffen sind und welche Ausmaße die Entzündungen annehmen, sind Symptome und Verläufe individuell sehr unterschiedlich. Es ist kaum möglich, bei MS-Erkrankten eine exakte Prognose über den Krankheitsverlauf zu treffen. Die Schübe selbst und mögliche dauerhafte Einschränkungen sind von Mensch zu Mensch verschieden.

Vielschichtigkeit der MS-Symptome

Zu den häufigsten Symptomen einer MS-Erkrankung gehören Mobilitätseinschränkungen und Paresen (spastische Lähmungserscheinungen), Fatigue (MS-bedingte abnorme Müdigkeit) und Blasenfunktionsstörungen, gefolgt von Sensibilitätsstörungen wie Taubheitsgefühle oder Kribbeln. Weitere mögliche Symptome sind Gleichgewichtsstörungen, Schmerzen, kognitive Einschränkungen, Sehstörungen oder Beeinträchtigungen der Feinmotorik. Dazu kommt, dass Symptome wie Depressionen oder Konzentrationsstörungen für andere Menschen unsichtbar sind und somit nicht jede MS-Erkrankung auf den ersten Blick erkennbar ist.

MS-Verläufe und Einschränkungen

Auch der Verlauf einer MS-Erkrankung ist individuell unterschiedlich. Bei der Mehrzahl an Erkrankten beginnt die MS schubförmig und Beschwerden bilden sich nach einem Schub wieder ganz oder teilweise zurück. Rund zehn Prozent der Erkrankten erleben von Anfang an einen fortschreitenden Verlauf (chronisch-progredient). Auch eine Kombination beider Verläufe ist möglich, wenn der zunächst schubförmige Verlauf später in einen fortschreitenden Verlauf übergeht. Eine MS-Erkrankung bedeutet nicht zwangsläufig ein Leben im Rollstuhl oder eine verkürzte Lebenszeit. Viele Betroffene können über lange Zeit ein aktives Leben führen, wobei im Laufe der Erkrankung Einschränkungen bei der Erwerbstätigkeit und bei Alltagsaktivitäten wahrscheinlich sind.

Therapiekombination für ein Leben mit MS

Bis heute ist eine MS-Erkrankung nicht heilbar, aber dank erheblicher Fortschritte in der MS-Behandlung gelingt es mit modernen immuntherapeutischen Wirkstoffen und einer begleitenden symptomatischen Therapie, das Voranschreiten der Erkrankung zu bremsen, Beschwerden zu mildern und Lebensqualität zu erhalten.

AMSEL e.V. ist seit 50 Jahren als Fachverband, Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung kompetenter und zuverlässiger Partner an der Seite von MS-Erkrankten und ihren Angehörigen. Der Landesverband unterstützt bei der Krankheitsverarbeitung und bietet umfassende und unabhängige Informationen rund um die MS, Tel. 0711 697860, info@amsel.de, www.amsel.de. Auch zum Welt-MS-Tag lädt AMSEL am 29.05.2024 zu Aufklärung, Information und Austausch rund um die Multiple Sklerose ein, mehr auf www.amsel.de/weltmstag.