Berlin, 07.10.2026 (lifePR) – Am 10. Oktober ist Welthospiztag. Unter dem Motto „So bunt wie das Leben. Hospiz.“ stellt der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) den Tag zum dritten Mal in Folge unter das Thema Vielfalt. Der Verband und seine Mitglieder setzen sich dafür ein, dass schwerstkranke und sterbende Menschen gut begleitet werden, unabhängig davon, woher sie kommen, was sie glauben, wen sie lieben oder wie sie leben. Denn Vielfalt ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Sie muss verteidigt werden, gerade auch in der Sorge um Menschen am Lebensende.
Hospizarbeit und Palliativversorgung sind für alle Menschen da. Diesen Anspruch vertritt die Hospizbewegung seit ihren Anfängen. In der Praxis wird er noch nicht für alle eingelöst. Wer nicht gut Deutsch spricht, findet schwerer Zugang zu Beratung und Begleitung. Menschen mit geistiger Behinderung sterben häufig in Einrichtungen, die auf palliative Versorgung noch zu wenig vorbereitet sind. Queere Menschen haben im Gesundheitswesen oft Diskriminierung erlebt und meiden Angebote aus Sorge, erneut abgewertet zu werden. Wohnungslose Menschen erreichen hospizliche und palliative Angebote meist gar nicht.
„Ob ein Mensch am Lebensende gut begleitet wird, darf nicht davon abhängen, ob er in das Bild einer Mehrheit passt“, sagt Susanne Kränzle, Vorsitzende des DHPV. „Ausgrenzung trifft Menschen auch und gerade dann, wenn sie am verletzlichsten sind: in schwerer Krankheit, im Sterben, in der Trauer.“
Das gesellschaftliche Klima, in dem Hospizarbeit, Palliativversorgung und Trauerbegleitung stattfinden, hat sich verändert. Rassismus, Antisemitismus und Queerfeindlichkeit nehmen zu, abwertende Äußerungen über Geflüchtete und arme Menschen sind im öffentlichen Diskurs keine Randerscheinung mehr. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Menschen, die begleitet werden, und für viele, die sich in der Hospizarbeit engagieren.
Der DHPV, seine Landesverbände und Mitgliedseinrichtungen setzen deshalb alles daran, Hospizarbeit für alle Menschen erreichbar zu machen. Viele arbeiten dafür mit Partnern aus der Eingliederungshilfe, der Wohnungslosenhilfe, der Migrationsarbeit und queeren Communities zusammen. Und sie bemühen sich um ein diverseres hospizliches Ehrenamt, das die Vielfalt der Gesellschaft besser abbildet. „Wir wollen, dass sich mehr Menschen bei uns wiederfinden, als Begleitete und als Begleitende“, sagt Kränzle. „Dafür müssen wir uns weiter öffnen, für andere Lebensrealitäten, andere Sprachen, andere Glaubensrichtungen. Die Hospizbewegung hat auf Ausgrenzung eine klare Antwort: Am Ende zählt der Mensch. Jeder Mensch.“
Und doch, so Kränzle, hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. So gibt es immer mehr junge Menschen, mehr Männer sowie mehr Personen mit eigener oder familiärer Zuwanderungsgeschichte, die sich in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen engagieren. Wie vielfältig und kreativ Hospizarbeit schon heute ist, zeigen rund um den Welthospiztag mehrere hundert Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen in ganz Deutschland. Sie laden zu Infoständen, Tagen der offenen Tür, Fachveranstaltungen, Lesungen, Konzerten, Filmvorführungen und Gottesdiensten ein und informieren über Hospizarbeit, Palliativversorgung, Trauerbegleitung und das hospizliche Ehrenamt. Eine interaktive Karte unter www.dhpv.de/aktuelles_welthospiztag.html zeigt, wo Veranstaltungen stattfinden.
