Berlin / Bunia, DR Kongo, 24.06.2026 (lifePR) – Ngabu übt. Sorgfältig legt er den Schutzanzug an. Jeder Handgriff muss sitzen, denn schon ein kleiner Fehler könnte zur Ansteckung führen. Draußen ist es heiß, tagsüber erreichen die Temperaturen bis zu 30 Grad. Trotzdem müssen die Helfer in vollständiger Schutzausrüstung arbeiten, um sich und ihre Patienten zu schützen.

Der Krankenpfleger wird bald in dem Ebola-Behandlungszentrum arbeiten, das die christliche Hilfsorganisation Samaritan’s Purse in der Provinz Ituri aufgebaut hat. Wie viele Menschen in der Region ist er selbst von der Krankheit betroffen: Sein jüngerer Bruder liegt in Isolation, Kollegen und Freunde sind bereits an Ebola gestorben. Trotzdem bereitet sich Ngabu darauf vor, anderen zu helfen. „Wir lernen hier, wie wir uns schützen und wie wir die Krankheit eindämmen können“, sagt er. „Das Wichtigste ist, die Übertragungskette zu durchbrechen.“

Die Eindämmung der Epidemie bleibt eine enorme Herausforderung. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte angesichts steigender Fallzahlen zuletzt mehr Behandlungszentren, mehr geschultes Gesundheits- und Pflegepersonal sowie stärkere Unterstützung der Gemeinden. Die vorhandenen Ebola-Behandlungszentren sind zu 80 Prozent ausgelastet.

Samaritan’s Purse hat innerhalb weniger Wochen zwei Ebola-Behandlungszentren in Bunia und Nyankunde eröffnet. Beide Einrichtungen behandeln bereits Patienten, parallel läuft der Ausbau weiter. Gleichzeitig wurden Hunderte Gesundheitsmitarbeiter im Umgang mit Schutzkleidung und Infektionsschutzmaßnahmen geschult. Zehntausende Menschen erhielten Aufklärung über Ansteckungswege und Präventionsmaßnahmen, zudem wurden zahlreiche Handwaschstationen eingerichtet.

Damit die Hilfe überhaupt möglich wird, betreibt Samaritan’s Purse eine internationale Luftbrücke. Erst vor wenigen Tagen landete in Uganda eine weitere Boeing 767 mit Schutzkleidung, medizinischer Ausrüstung und Material für die Behandlungszentren. Von dort werden die Hilfsgüter in die betroffene Region weitertransportiert. Auch deutsche Fachkräfte unterstützen den Einsatz: Mehrere deutsche Logistiker arbeiten bereits vor Ort. Weitere Kräfte aus Deutschland werden die Teams in den kommenden Tagen verstärken.

„Wir haben vor einigen Tagen die ersten Patienten aufgenommen“, berichtet der deutsche Logistiker Joas B., „Das Team arbeitet seit Wochen Tag und Nacht daran, die Zentren aufzubauen und zu betreiben. Was hier in so kurzer Zeit entstanden ist, ist wirklich beeindruckend.“ Jeden Tag muss improvisiert werden, zuletzt, so B., konnte das Team sogar kurzfristig einen dringend benötigten Sauerstoffkonzentrator für Nyankunde vor Ort auftreiben – ein halbes Wunder. Er sagt: „Ohne die gute Zusammenarbeit mit der lokalen Gemeinschaft, unseren Partnern und den Behörden könnten wir diese Arbeit nicht leisten.“

Erst gestern meldete die WHO, die Zahl der Ebolafälle in der DR Kongo sei verglichen mit früheren Ausbrüchen so hoch wie nie. Über 1.000 Fälle wurden bisher bestätigt. Ngabu möchte weitermachen, allen Risiken zum Trotze: „Wenn niemand der Bevölkerung hilft, haben wir keine Hoffnung“, sagt er. „Ich kann nicht zusehen, wie Menschen sterben, wenn ich etwas tun kann.“

Samaritan’s Purse bittet weiterhin um Gebet für die Patienten und ihre Familien, für die medizinischen Teams und Helfer vor Ort sowie für alle, die daran arbeiten, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Interviewmöglichkeiten

Vor Ort im Kongo
Shannon Hamilton, Einsatzleitung bei Samaritan’s Purse in der Demokratischen Republik Kongo
(Aktuelle Lage, Behandlungszentren, Herausforderungen)
Deutsche Mitglieder des Disaster Assistance Response Team (DART)
(Logistik, Luftbrücke, Einsatzalltag)

Internationale Experten
Dr. Elliott Tenpenny, Leiter des Ebola-Einsatzes
(Medizinische Versorgung, Infektionsschutz, Einsatzkoordination)
Ken Isaacs, Vice President of Programs and Government Relations bei Samaritan’s Purse
(Humanitäre Lage, internationale Hilfe, Erfahrungen aus früheren Einsätzen)