Stuttgart, 30.04.2026 (lifePR) – AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. räumt anlässlich des Tags der Arbeit am 1. Mai mit einem weit verbreiteten Irrtum auf: Eine Diagnose Multiple Sklerose (MS) bedeutet nicht automatisch das Ende der Berufstätigkeit. Im Gegenteil: Die meisten Erkrankten stehen weiterhin im Arbeitsleben; häufig sogar in Vollzeit, in ihrem ursprünglichen Beruf und langfristig.

Erwerbstätigkeit mit und trotz MS ist die Regel

MS ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die häufig im jungen Erwachsenen diagnostiziert wird – in einer Lebensphase, in der berufliche Entwicklung, finanzielle Sicherheit und persönliche Perspektiven eine Rolle spielen. Entsprechend groß ist die Verunsicherung. Die Annahme „Mit MS kann ich bald nicht mehr arbeiten“, entspricht jedoch nicht der Realität. Daten aus dem MS-Register von 2023 für Baden-Württemberg zeigen, dass zwei Drittel aller MS-Erkrankten uneingeschränkt ihrer aktuellen Tätigkeit nachgingen. Vom restlichen Drittel hatten 38 Prozent ihre Tätigkeit reduziert, 62 Prozent hatten sie unterbrochen oder ganz aufgegeben. Damit bleibt die Mehrheit der Menschen mit der MS-Diagnose im Erwerbsleben – oft sogar bis zum Renteneintritt.

Individuelle Lösungen ermöglichen den Joberhalt

Der Verlauf einer MS-Erkrankung variiert stark von Mensch zu Mensch. Viele Betroffene haben über Jahre hinweg nur geringe Einschränkungen. Aber Symptome wie Fatigue (abnormale Erschöpfung), Sehstörungen, Konzentrationsprobleme oder motorische Einschränkungen können den Arbeitsalltag beeinflussen. Dazu kommt, dass bestimmte Situationen wie Schichtdienst, extreme Temperaturen oder Reisetätigkeiten unter Umständen nicht mit der Krankheit 

vereinbar sind. Oft können Anpassungen im Arbeitsumfeld helfen: flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, ergonomische Hilfsmittel oder zusätzliche Pausen. Viele MS-Erkrankte entwickeln Strategien, um mit den Herausforderungen umzugehen und um ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten. Offenheit gegenüber dem Arbeitgeber und den Kollegen kann helfen, passende Lösungen zu finden.

Aufklärung und Unterstützung

Berufliche Teilhabe ist ein wichtiger Faktor für Lebensqualität und Selbstbestimmung. AMSEL e.V. setzt sich dafür ein, Vorurteile abzubauen und realistische Perspektiven zu vermitteln. Wenn aufgrund der fortschreitenden Erkrankung Veränderungen unerlässlich sind, hilft AMSEL, alternative Wege aufzuzeigen und berät auf sozialer, sozialrechtlicher und medizinisch-therapeutischer Ebene. Sowohl Erkrankte als auch ihre Arbeitgeber finden Informationen über rechtliche Ansprüche, Fördermöglichkeiten und konkrete Anpassungen am Arbeitsplatz unter www.amsel.de