Seebruck, 23.02.2026 (lifePR) – Die Fragen „Wo bin ich?“ und „Wo will ich hin?“ stellen junge Erwachsene in der heutigen Zeit, geprägt von globalen Krisen, Leistungsdruck, unendlichen Möglichkeiten sowie den Einfluss durch soziale Medien, vor besondere Herausforderungen. Gut gemeinte Ratschläge wie „Finde dich selbst“ klingen nach Freiheit, münden aber oft in einem Gefühl von Überforderung. Diese Orientierungslosigkeit ist mehr als nur eine vorübergehende Phase; sie ist ein ernstzunehmender Stressfaktor, der, wie Studien zeigen, das Risiko für psychische Belastungen signifikant erhöht.
In der klinischen Praxis wird zudem deutlich, dass eine fehlende Zukunftsperspektive den Heilungsprozess bei bestehenden psychischen Erkrankungen massiv erschweren kann. Wenn kein „Licht am Ende des Tunnels“ erkennbar ist, fehlt die Motivation für eine aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Genesung. Die Klinik ChiemseeWinkel baut deshalb auf Perspektive und Orientierung. Basis der stationären Therapie von jungen Erwachsenen bildet das Gruppen-Orientierungsprogramm „JuKo“ (Jugend-Kompass), das maßgeblich von Klinik-Chefärztin Dr. phil. Carolin Göhre mitentwickelt wurde.
Wenn zu viel Freiheit lähmt
Junge Erwachsene, die keine klare Vorstellung von ihrem weiteren Lebensweg nach der Schule haben, fühlen sich oft stärker belastet als Gleichaltrige mit einer groben Idee. Die Ursachen sind vielfältig, dazu gehören Entscheidungsdruck, ständige soziale Vergleiche und fehlende Leitplanken. „Dieser Zustand kann zu depressiven Verstimmungen, innerer Unruhe, Motivationsverlust und psychosomatischen Beschwerden führen", fasst Dr. phil. Carolin Göhre zusammen.
JuKo – Mehr als nur ein Programm
„Wir begleiten Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 18-28 Jahren dabei, ihren Weg zu finden. Erst wenn eine Perspektive entsteht, wird nachhaltige psychische Stabilität möglich“, erklärt die Chefärztin der Klinik ChiemseeWinkel. Das Programm JuKo kann sowohl präventiv, als auch als integraler Bestandteil der therapeutischen Arbeit eingesetzt werden. in der Klinik ChiemseeWinkel wird JuKo durch ein umfassendes, multimodales Therapiekonzept ergänzt, das medizinisch-psychotherapeutische Expertise mit einem realitätsnahen Blick auf die Lebenswelt junger Menschen verbindet.
Das Ziel ist nicht, am Ende einen fertigen Lebensplan zu haben. Vielmehr geht es darum, einen Prozess anzustoßen:
- Innehalten und Reflektieren: In einem geschützten Rahmen setzen sich die jungen Erwachsenen mit zentralen Fragen auseinander: Was ist mir wichtig? Was sind meine Werte? Was kann ich gut?
- Stärken und Ressourcen aktivieren: Der Fokus liegt auf der Entdeckung eigener Fähigkeiten und positiver Eigenschaften, um das Selbstvertrauen zu stärken.
- Handlungsfähigkeit wiederherstellen: Durch das Erarbeiten kleiner, realistischer nächster Schritte wird dem Gefühl der Lähmung entgegengewirkt. Die jungen Erwachsenen lernen, wieder selbstbestimmt zu agieren.
Ein ganzheitlicher Ansatz für nachhaltige Stabilität
„Die Entwicklung eines inneren Kompasses ist ein erlernbarer und entscheidender Schritt auf dem Weg in ein selbstbestimmtes und psychisch gesundes Leben", betont Dr. phil. Carolin Göhre.
Mit der geplanten Eröffnung eines eigenen Klinikgebäudes für junge Erwachsene im Januar 2027 wird dieses Engagement weiter ausgebaut. Aber auch jetzt steht die Tür für junge Menschen, die professionelle Hilfe benötigen, offen.
Weiterführende Infos:
JuKo (Jugend-Kompass): Ein Präventions- und Gruppen-Therapie Manual für orientierungslose Jugendliche und Adoleszente.Kulmbach: mgo fachverlage.
