München, 02.01.2026 (lifePR) – Die Psychosomatischen Institutsambulanzen (PsIAs) in Bayern leisten seit 2022 einen zentralen Beitrag zur Versorgung von Patientinnen und Patienten mit komplexen und häufig chronisch verlaufenden psychischen Erkrankungen. Dies zeigt der Abschlussbericht des AmBADO-Jahres 2024, den das aQua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH nun vorgelegt hat.

An der ambulanten Basisdokumentation (AmBADO) beteiligten sich im Jahr 2024 zwölf bayerische PsIAs. Insgesamt wurden 1.315 Behandlungsfälle dokumentiert, die sich auf 2.353 standardisierte Dokumentationsbögen verteilen. Damit setzt sich der kontinuierliche Ausbau der Qualitätssicherung in den PsIAs fort. Jede der teilnehmenden Ambulanzen erhielt einen individuellen Benchmark-Bericht, der die eigenen Ergebnisse in Relation zum Gesamtkollektiv darstellt. Diese Berichte bilden eine fundierte Grundlage für das interne Qualitätsmanagement und ermöglichen es den Einrichtungen, Versorgungsprozesse gezielt weiterzuentwickeln. Ergänzend wurde ein Gesamtbericht über alle in bayerischen PsIAs behandelten Patientinnen und Patienten erstellt. Dieser dient der fachlichen Einordnung und Weiterentwicklung des Verfahrens, ist jedoch nicht zur Veröffentlichung vorgesehen.

Differenzierte Einblicke in Versorgung und Behandlung
Die Rolle der PsIAs als spezialisierte ambulante Versorgungsstruktur wurde zuletzt auch auf Bundesebene deutlich gemacht: Dr. med. Martin Greetfeld, Vorsitzender des bayerischen PsIA-Fachbeirats, und Constance Stegbauer vom aQua-Institut stellten Ende November beim DGPPN-Kongress in Berlin die ausgewerteten Qualitätsdaten der Jahre 2022 bis 2024 vor. Präsentiert wurden unter anderem Erkenntnisse zur Soziodemographie der Patientinnen und Patienten, zu Krankheitsbildern, Erkrankungsdauer, Zugangswegen in die PsIAs sowie zur Entwicklung der Arbeitsfähigkeit. Die Daten zeigen: Ein erheblicher Anteil der behandelten Personen ist zwischen 50 und 60 Jahre alt, rund zwei Drittel sind Frauen. Etwa drei Viertel der Patientinnen und Patienten leiden seit mindestens fünf Jahren an psychischen Symptomen, überwiegend an mittelgradigen bis schweren depressiven Störungen. Positiv entwickelt sich der Anteil derjenigen, die zu Beginn der Behandlung arbeitsunfähig waren und diese am Ende wieder aufnehmen konnten: Er stieg von 15,5 Prozent im Jahr 2022 auf 30,8 Prozent im Jahr 2024. Patientinnen und Patienten werden zunehmend direkt aus stationären Aufenthalten in eine PsIA übergeleitet – ein deutliches Signal für eine verbesserte Verzahnung der Versorgungsstrukturen.

Positive Bewertung durch den Fachbeirat
Der bayerische PsIA-Fachbeirat zieht ein insgesamt positives Fazit. Die Auswertungen zeigen, dass es den PsIAs überwiegend gelingt, besonders komplex und langjährig erkrankte Patientinnen und Patienten ambulant zu versorgen. Zugleich werden erste Ansatzpunkte für eine Weiterentwicklung der Versorgung sichtbar – etwa durch standardisierte Übergabepfade, eine noch engere Verzahnung stationärer und ambulanter Angebote sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung des Dokumentations- und Qualitätssicherungsverfahrens. Diese Themen sollen in den kommenden Jahren vertieft bearbeitet werden.

Ausblick: Weitere PsIAs und höhere Datenqualität angestrebt
Für das Dokumentationsjahr 2025 ist geplant, zwei weitere PsIAs in das Qualitätssicherungsverfahren einzubinden. Darüber hinaus soll die Datenqualität weiter gesteigert und die fachliche Auseinandersetzung mit identifizierten Weiterentwicklungspotenzialen intensiviert werden.
Dr. Ann-Kristin Stenger, Hauptgeschäftsführerin des VPKA Bayern, betont: „Die nun vorgelegten Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, welchen wichtigen Beitrag die Psychosomatischen Institutsambulanzen für eine zukunftsfähige psychosomatische Versorgung schwer und chronisch erkrankter Menschen leisten. Besonders erfreulich ist, dass die Zahl der PsIAs kontinuierlich steigt. Gleichzeitig macht die weiterhin hohe Versorgungsnachfrage deutlich, dass ein noch umfassenderer Ausbau erforderlich ist.“